Faszination Archäologie - Mystische Routen rund um die Steinzeit
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Großsteingräber „Glaner Braut“***
bei Glane, Stadt Wildeshausen

Erlebnisroutenstation Nr. 56

Parkmöglichkeiten

Parkmöglichkeit: am Waldrand (ca. 700 m)

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentl. Verkehrsmittel: Nordwestbahn Bremen – Osnabrück, Bhf. Wildeshausen (ca. 7,5 km)
Zugang für Rollstuhlfahrer

Rollstuhleignung: bedingt (unebene Zuwegung, vor Ort hügeliges Terrain, Entfernung zum Parkplatz)
Gastronomie

Gastronomie: Zahlreiche gastronomische Betriebe in Dötlingen (ca. 1,5 km)

Die am Westufer der Hunte errichtete „Glaner Braut“ zählt zu Recht zu den begehrtesten Ausflugszielen der Region. Die vier beachtlichen Großsteingräber sind in einem ausgesprochen reizvollen Umfeld vorzufinden - in einem 16 ha großen, weitläufig mit Heide bedeckten Naturschutzgebiet. Die Hunte ist hier in ihrem ursprünglichen Verlauf belassen worden. Kurzum: Ein Fleckchen, das nicht nur zur Besichtigung der vier dicht beisammen liegenden jungsteinzeitlichen Monumente, sondern auch zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt.

„Glaner Braut“, Vogelschau

„Glaner Braut“, Vogelschau
„Glaner Braut“, Detail von Grab I

„Glaner Braut“, Detail von Grab I

Anfahrt:

Radfahrer und Radfahrerinnen: Die Großsteingräber sind in die Routen 3 und 4 der archäologischen Erlebnisrouten „Faszination Archäologie“ eingebunden. Unsere als pdf-Dokumente erhältlichen ausführlichen Routenbeschreibungen führen Sie unmittelbar zu den Gräbern.
Sollten Sie mit dem PKW anreisen, fahren Sie bitte auf der K 242 von Wildeshausen Richtung Moorbek und folgen nach etwa 4 km der Ausschilderung.

Grabgeschichte(n): Vier Bräute aus der Jungsteinzeit

So sehr es überraschen mag, vorgeschichtliche Steingräber ausgerechnet mit Bräuten in Verbindung zu bringen, so sehr ist dieser Brauch im gesamten norddeutschen Raum beheimatet: Bis zur Christianisierung war es ausgesprochen verbreitet, zentrale Familienfestivitäten wie Eheschließungen an Gräbern abzuhalten. Warum? – Bis heute können wir nur mutmaßen: Vermutlich wollten die Hinterbliebenen ihre als unsterblich geglaubten Toten schlicht und ergreifend an den besonders bewegenden Momenten ihres irdischen Lebens beteiligen!

Anders als bei der „Visbeker Braut“(55), stand die absichtsvolle Verbindung zwischen Totenkult und Hochzeitsbrauchtum bei der Namensgebung der „Glaner Braut“ dennoch nicht im Mittelpunkt: In keiner Schrift der vergangenen Jahrhunderte firmieren die Gräber der „Glaner Braut“ unter diesem Namen. Daher schlussfolgerte die Forschung, mit der Bezeichnung „Glaner Braut“ habe man weniger an alte Hochzeitsrituale erinnern als vielmehr einen Brückenschlag zu der damals bekannteren „Visbeker Braut“ herstellen wollen.

Wie ihre bekannte „Schwester“, die „Visbeker Braut“, kann auch die „Glaner Braut“ mit einer Erzählung aufwarten: Noch im 20. Jahrundert erzählte man sich, hier habe das wohlhabende Volk des Stammes Glane gelebt. In Grab I, d.h. in der größten Grabanlage der „Glaner Braut“, habe der Fürst Glanos residiert. Die kleineren Gräber indes hätten als Hütten des Volkes gedient.

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Glaner Braut, Lageplan der vier Gräber
(nach Ernst Sprockhoff, Atlas der Megalithgräber Deutschlands. 1975, Bd. 3, Großsteingrab Nr. 948-51)

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